Gedanken des Drehbuchautors, Teil I

von Marian Hope

Dark Horizon Filmplakat von Lairis Adriana (Quelle: Facebook) Unser neuer Fanfilm Dark Horizon erreicht womöglich noch in dieser Woche die 70.000 Klicks Grenze und findet somit in der Trekki Gemeinschaft einen Anklang, mit dem ich selbst nicht gerechnet habe. Als Drehbuchautor dachte ich mir, dass ich einfach ein paar der Ideen, die ich beim Schreiben des Skripts hatte, mit den Zuschauer/innen unseres Filmes teilen möchte. Ich muss an dieser Stelle jedoch bemerken, dass auch diese Artikel ein Grundwissen über Star Trek voraussetzen, ich fange nicht beim Urschleim an ;).

Teil 1: Das Paralleluniversum

Bei der Überschrift dürfte der eine oder andere aufmerksame Zuschauer des Films womöglich gleich stutzen und sagen, Momentchen mal, da war doch wohl nicht nur ein Paralleluniversum in diesem Film. Die liefen doch von vornherein schon alle in komischen Uniformen rum und haben was von der Union der Planeten erzählt, also wo ist meine Föderation geblieben?!

Nun, zunächst ist festzuhalten, dass der Film grundsätzlich für die Mitglieder unseres Klubs gemacht wurde und für alle Beteiligten. Nicht mehr, nicht weniger. Es ist unsere Geschichte, die wir erzählen wollten und sie basiert auf dem Universum, das wir seit nunmehr 15 Jahren auf der K'Ehleyr in Rollenspielen, Filmen und Hintergrundgeschichten erdacht haben.

Da der Film jedoch offenkundig ein größeres Publikum als uns selbst erreicht hat, möchte ich an diese Stelle eine kurze Einführung geben, die womöglich das Verständnis erleichtert.

Die Union der Planeten

Ja, wie die Stimme von Ernst Meincke es auch im Vorspann erwähnt, vom Standpunkt des Star Trek Universums aus gesehen befinden wir uns in einem Paralleluniversum. Nicht nur das, auch zeitlich sind wir bereits im Jahr 2407. Zum Vergleich: „Star Trek: Nemesis“ spielte im Jahr 2379. Die wichtigsten Grundlagen sind kurz erklärt: Vulkanier und Romulaner haben sich nie getrennt, sondern kontrollieren als „T'Khasi-Allianz“ beinahe den ganzen Beta-Quadranten. Hingegen hat sich aus Klingonen, Menschen, Cardassianern und anderen Spezies im Alpha-Quadranten die „Union der Planeten“ gebildet, die der allseits bekannten Föderation allerdings ziemlich ähnlich ist. Ja, die Uniformen sehen anders aus, die Sternenflotte setzt sich aus verschiedensten Schiffarten und Spezies zusammen, aber das Wertesystem und die Strukturen sind doch im Grunde vergleichbar. Durch ein künstliches Wurmloch ist die Union außerdem in den Gamma-Quadranten gelangt und hat dort die Mission „New Hope“ begonnen, an der die USS K'Ehleyr teilnimmt. In der Nähe dieses Wurmlochs nun findet die Handlung von „Dark Horizon“ statt. Viele der in diesem Abschnitt beschriebenen Elemente finden auch in Dark Horizon Erwähnung, falls ihr den Film erneut gucken möchtet, könnt ihr darauf achten ;).

Das Spiegeluniversum

Ironischerweise könnte das Spiegeluniversum dem geneigten Trekki sehr bekannt vorkommen, schließlich soll es genau das Universum verkörpern, das in den verschiedenen Spiegeluniversumsepisoden von drei Serien entwickelt wurde. Den chronologisch letzten Auftritt hatte dieses Universum in der siebten Staffel von DS9, also 2375 – 32 Jahre vor „Dark Horizon“. Dementsprechend habe ich mir selbst eine mögliche Entwicklung erdacht, die jedoch glaubhaft an die erwähnten Episoden anknüpfen soll. Die Folgen bei DS9 drehten sich im Grunde allesamt um den terranischen Widerstand, der sich gegen die klingonisch-cardassianische Allianz erhob und zunehmend Erfolge verzeichnen konnte. Als ich das Drehbuch schrieb, habe ich mich mit der Frage auseinandergesetzt, wie es wohl mit diesem Widerstand weitergegangen ist. Die möglichen Antworten, die mir einfielen, sind alle im Film zu finden. Wie es bei sozialen Erhebungen oft der Fall ist, gibt es auch hier einen Streit darüber, welche neue Gesellschaft man errichten will, nachdem nun die Diktatur der Klingonen abgeworfen wurde. Mit Blick auf die Geschichte des Paralleluniversums fand ich es spannend mit der Idee zu spielen, dass es eine starke Fraktion geben könnte, die das alte Imperium, das wir in TOS und Enterprise gesehen haben, wiederbeleben will. Diese Fraktion wird von T'Jul und Sorel dargestellt, trägt bereits Uniformen, die daran angelehnt sind; scheint jedoch (noch?) nicht die Führungsrolle übernommen zu haben. Stattdessen gibt es auch demokratischere Ansätze, vertreten von Jones und Ratine. Wobei zumindest auch Jones nicht davor zurückschrecken wird, gegen seine Feinde mit einer Massenvernichtungswaffe vorzugehen – ja, das ist nun mal ein sehr mieser Ort da drüben, wie wir mit Blick auf die kurze Lebensdauer der Figuren wiederholt erlebt haben.

Ich hoffe, dieser erste Beitrag hat euch einige mögliche Fragen beantwortet oder euer Unverständnis über die ein oder andere Szene im Film gelöst. Vielleicht war euch das jetzt auch noch zu oberflächlich und ihr wollt noch mehr wissen oder einfach eure Meinung dazu abgeben – dann könnt ihr gern auf unserer Facebookseite kommentieren :).

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